Checkliste – KI-Compliance & Datenschutz
KI-Nutzung im Unternehmen – Sicherer Einsatz von ChatGPT, Copilot & Co.
Künstliche Intelligenz steigert die Produktivität, birgt jedoch erhebliche datenschutz- und urheberrechtliche Risiken (Stichwort: Schatten-IT, Eingabe von Kundendaten oder Geschäftsgeheimnissen).
Nutzen Sie diese Kompakt-Checkliste für den status quo in Ihrem Betrieb.
1. Richtlinien & Governance (Der Rahmen)
- Klare Nutzungs-Policy: Gibt es eine verbindliche firmeninterne Richtlinie, welche KI-Tools offiziell erlaubt und welche strengstens verboten sind?
- Zweckbindung: Ist definiert, für welche Aufgaben (z. B. Textentwürfe, Code-Generierung, Übersetzung) KI eingesetzt werden darf und für welche niemals (z. B. Personalbeurteilungen, automatisierte Entscheidungsfindung)?
- Verbot der Eingabe von Personendaten: Ist im Team verankert, dass keine Klarnamen, Gesundheitsdaten, Rechnungsdaten oder sensiblen Kundendaten in öffentliche/kostenfreie KI-Modelle eingeht?
2. Technische & vertragliche Absicherung (Vendor Lock-in & Enterprise)
- Kein Training mit unseren Daten: Wurde bei kommerziellen / kostenpflichtigen KI-Abonnements (z. B. Enterprise- oder Team-Lizenzen von OpenAI, Microsoft Copilot) vertraglich ausgeschlossen, dass die eingegebenen Daten zum Training der öffentlichen Modelle verwendet werden?
- Auftragsverarbeitung (AVV): Liegt mit dem KI-Dienstleister ein gültiger AVV (oder EU-Standardvertragsklauseln bei US-Anbietern) vor?
- Hosting-Standort: Ist bekannt, wo die Server des KI-Anbieters stehen (EU-Hosting bevorzugt)?
3. Transparenz & Kennzeichnungspflichten (EU AI Act & DSGVO)
- Kennzeichnung von KI-Inhalten: Werden KI-generierte Inhalte (z. B. Texte auf der Website, Kundendialog-Antworten, Bilder) intern und extern transparent gekennzeichnet, wo es rechtlich oder ethisch geboten ist?
- Keine 100%ige Automatisierung ohne Mensch (Human-in-the-Loop): Wird sichergestellt, dass wichtige Entscheidungen (z. B. im Bewerbungsprozess oder bei Bonitätsprüfungen) niemals rein algorithmisch getroffen werden, sondern immer ein Mensch final prüft und entscheidet?
4. Urheberrecht & Qualitätssicherung
Fact-Checking (Halluzinationen): Ist im Team bekannt, dass KI-Ergebnisse fehlerhaft oder erfunden („halluziniert“) sein können und jede Ausgabe vor der Verwendung kritisch geprüft werden muss?
Urheberrecht & Plagiatprüfung: Wird beachtet, dass KI-generierte Texte oder Code unter Umständen Schutzrechte Dritter verletzen könnten?
Der sicherkomm-Tipp:
Machen Sie Schluss mit unkontrollierter „Schatten-IT“ im Büro. Eine kurze Dienstanweisung schützt Ihr Unternehmen vor teuren Abmahnungen und dem Abfluss von Know-how.
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