27702 - Umsetzung
Was ist die DSGVO? Was regelt die DSGVO? Datenschutzbeauftragter sicherkomm.de

Bild © Ingolf Welte/KI-generiert mit Google Gemini
Umsetzungshilfe nach ISO/IEC 27002

Die internationale Norm ISO/IEC 27002 dient als umfassender Leitfaden und Best-Practice-Katalog für Informationssicherheitsmaßnahmen. Während die ISO/IEC 27001 die Anforderungen an ein Managementsystem definiert, liefert die ISO/IEC 27002 das „Wie“ – also konkrete Empfehlungen, wie die 93 Sicherheitsmaßnahmen (Controls) aus dem Anhang A umgesetzt werden können.

Die folgende praxisnahe Umsetzungscheckliste orientiert sich an der aktuellen Struktur der ISO/IEC 27002 (Ausgabe 2022) und bricht die vier großen Kontrollbereiche in konkrete Handlungsschritte herunter, die unverbindlich helfen können.

Umsetzungshilfe nach ISO/IEC 27002

1. Organisatorische Maßnahmen (Organizational Controls – 37 Controls)

  • Richtlinien für die Informationssicherheit: Erstellung, Freigabe und regelmäßige Aktualisierung von Sicherheitsrichtlinien für das gesamte Team.
  • Zuständigkeiten & Rollen: Klare Definition, wer für welche Sicherheitsaspekte (z. B. IT, Datenschutz, physische Sicherheit) verantwortlich ist.
  • Asset Management: Erfassung und Klassifizierung aller Informationswerte (Daten, Hardware, Software) sowie Benennung von Werteverantwortlichen.
  • Personalsicherheit: Durchführung von Zuverlässigkeitsprüfungen (Sicherheitsüberprüfungen) bei Neueinstellungen und Regelung von Vertraulichkeitsvereinbarungen.
  • Physische Sicherheit & Perimeterschutz: Absicherung von Büro- und Praxisräumen, Zutrittskontrollen und Schutz von Arbeitsplätzen.
  • Lieferantenbeziehungen: Überprüfung von Dienstleistern, Einbindung von Sicherheitsanforderungen in Verträge und regelhaftes Monitoring von Cloud- oder IT-Dienstleistern.
  • Business Continuity Management (BCM): Erstellung von Notfallplänen, Ausfallkonzepten und Wiederherstellungsstrategien für den Ernstfall.
  • Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (Compliance): Dokumentation und Überprüfung der Einhaltung von Gesetzen (z. B. DSGVO, Urheberrecht, steuerliche Vorgaben).

2. Personenbezogene Maßnahmen (People Controls – 8 Controls)

  • Sicherheitsbewusstsein & Schulung: Regelmäßige Sensibilisierungsschulungen für alle Mitarbeitenden (z. B. Erkennung von Phishing-Mails, Social Engineering).
  • Verfahren bei Fehlverhalten: Etablierung eines transparenten Prozesses zum Umgang mit Sicherheitsverstößen oder Fehlbedienungen.
  • Regelungen bei Austritt oder Personalwechsel: Schneller Entzug von Zugriffsrechten, Rückgabe von Firmen-Hardware und Deaktivierung von Accounts.

3. Physische Maßnahmen (Physical Controls – 14 Controls)

  • Schutzbereiche definieren: Physische Abtrennung von sensiblen Bereichen (z. B. Serverräume oder Aktenarchive).
  • Schutz von Geräten: Absicherung von Laptops, Druckern und mobilen Endgeräten gegen Diebstahl oder unbefugten Zugriff (z. B. durch Kabelschlösser, Clean Desk Policy).
  • Entsorgung und Wiederverwendung: Sichere Vernichtung von Akten (nach DIN 66399) und sicheres Löschen von Datenträgern vor der Entsorgung.
  • Unterbrechungsfreie Stromversorgung & Umweltschutz: Schutz vor Umwelteinflüssen (Feuchtigkeit, Feuer) und Absicherung der Stromversorgung für kritische Infrastruktur.

4. Technologische Maßnahmen (Technological Controls – 34 Controls)

  • Zugriffskontrolle (Access Control): Vergabe von Berechtigungen nach dem Need-to-know-Prinzip und konsequente Durchsetzung starker Passwörter.
  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Verpflichtender Einsatz von MFA für alle Cloud-Dienste, E-Mail-Postfächer und Fernzugriffe (VPN).
  • Kryptographie & Verschlüsselung: Umsetzung von Richtlinien zur Verschlüsselung von Daten – sowohl bei der Übertragung (Transport Encryption) als auch auf den Endgeräten (Data at Rest).
  • Netzwerksicherheit: Segmentierung von Netzwerken, Absicherung von WLAN-Zugängen (Gast- vs. Internes Netz) und Einsatz von Firewalls.
  • Schwachstellen- & Patch-Management: Regelmäßiges und zeitnahes Einspielen von Software-Updates, Betriebssystem-Patches und Firmware-Aktualisierungen.
  • Protokollierung & Überwachung (Logging): Aktivierung und Auswertung von Systemprotokollen, um ungewöhnliche Aktivitäten oder Angriffe frühzeitig zu erkennen.
  • Backup-Konzept: Regelmäßige, automatisierte Datensicherung nach der bewährten 3-2-1-Regel (3 Kopien, 2 verschiedene Medien, 1 Kopie extern/offline) inklusive regelmäßiger Wiederherstellungstests.
  • Sichere Softwareentwicklung & IT-Konfiguration: Absicherung von Standardkonfigurationen (Hardening) und Vermeidung von Schwachstellen bei Eigenentwicklungen.

Der sicherkomm-Tipp: 

1. Wir machen das für Sie! Sie werden entlastet!

2. Nicht jedes Unternehmen benötigt den gleichen Aufwand, insbesondere nicht jedes kleine oder mittlere Unternehmen. 

3. ISO/IEC 27002 kann als sogenannte „Menükarte“ dienen. Sie müssen nicht zwingend jede einzelne Empfehlung 1:1 umsetzen, sondern wählen anhand einer Risikoanalyse (ISO 27001) genau die Maßnahmen aus, die für die spezifische Sicherheitslage Ihres Betriebes erforderlich sind.

4. Unser All inclusive-Pauschalangebot schützt Ihre Kosten. 

Sprechen Sie uns an – wir analysieren, was für Ihre Unternehmensgröße und Branche notwendig und sinnvoll ist.

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